Feinstaub und Hitze ein grosses Problem
erstellt am 23.05.2008
84 Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking stehen die Informationen der «Task Force Beijing» im Mittelpunkt der Sportmediziner-Tagung in Ittigen. Ein grosses Problem sind der Feinstaub und die Hitze.
Der Naturwissenschafter Claudio Perret zeigte anhand verschiedener Untersuchungen wie gross bei einem entsprechenden Flüssigkeitsverlust die Leistungseinbusse sein kann. Schon bei 2 Prozent Flüssigkeitsverlust sei das Sauerstoffaufnahmevermögen um bis zu 10 Prozent reduziert, so Perret.
Eigens entwickeltes Getränk
Mit «Saltix» wurde ein spezielles natrium- und kohlehydrathaltiges Getränk entwickelt, um den enormen Salz- und Wasserverlust der Athleten auszugleichen. Entscheidende Bedeutung kommt auch der Akklimatisierung zu. So sollten 10 bis 14 Tage Anpassungszeit eingerechnet werden, damit sich der Körper auf die Bedingungen einstellen kann.
Wichtig wird in Peking - wie schon vor vier Jahren in Athen - das so genannte «Precooling» sein. «Ohne Vorkühlung holt man in den Ausdauerdisziplinen keine Medaillen», brachte es der Schweizer Olympia-Teamarzt Beat Villiger auf den Punkt.
Spezielle Masken entwickelt
Als Lungenspezialist referierte Villiger über die neusten Erkenntnisse der hohen Feinstaubkonzentrationen in Peking, die an den meisten Tagen ein mehrfaches höher als in der Schweiz sind. Dank Unterstützungsgeldern von Swiss Olympic wurden zusamen mit der SUVA spezielle Masken entwickelt. Diese können zwar im Training nicht aber im Wettkampf getragen werden.
«Es gibt Feinstaubasthma, das dem Anstrengungsasthma ähnlich ist», erläuterte Villiger, der die neusten Vorgaben des IOC betreffend Bedingungen für einen medizinisch indizierten Asthma-Attest kritisierte. «Vier Monate vor den Spielen in Peking wurden sie fünfmal verschärft. Das ist eine Freichheit gegenüber den Athleten.» (si/koem)